Wirbelsäule

Die Wirbelsäule unterliegt als unser Achsorgan durch die Entwicklung des »aufrechten Gangs« deutlichen Stauchungs- und Scherkräften. Sie ist durch unsere Rumpfmuskulatur dreidimensional stabilisiert, wie der Mast eines Segelschiffs. Monotone Sitz- und Arbeitshaltungen, wie auch ein ungenügendes Training der Rumpfmuskulatur, führen zur Überlastung der Bandscheiben durch Stauchungs- und Scherkräfte – mit den bekannten Folgen von Bandscheibenvorfällen oder Degenerationen der Wirbelgelenke.

Wirbelblockierung

Fehl- und Überbelastungen der Wirbelsäule führen häufig zu Blockierungen der Wirbelgelenke, auch »Wirbelverrenkung« genannt. Dies kann akute Schmerzen bis zur Bewegungsunfähigkeit nach sich ziehen und zu dauerhaften Beschwerden mit Muskelverspannungen und Bewegungseinschränkungen des Rumpfs führen. Blockierungen lassen sich durch gezielte Untersuchung feststellen und chirotherapeutisch (Chirotherapie) durch spezielle Grifftechniken lösen.

Bandscheibenvorfall

Der Bandscheibenvorfall ist Folge einer Schädigung des stabilisierenden Faserrings der Bandscheibe. Dadurch kann der Bandscheibenkern je nach Schädigung verrutschen und auf Nervenstrukturen drücken. Außerdem werden innerhalb der Bandscheibe Nervenendigungen gereizt, die einen bandscheibenbedingten Schmerz auslösen. Die Ausprägung des Schadens entscheidet über die notwendige Behandlung, z. B. mit Injektionen an die Nervenwurzel bei der deren Entzündung oder der intradiskalen Schmerztherapie (IDET), wo die schmerzauslösenden Nervenendigungen verödet werden. Bei fehlenden konservativen Möglichkeiten, zu denen auch Medikamente oder Krankengymnastik zählen, kann es auch notwendig werden, den Bandscheibenvorfall operativ zu entfernen.

Facettensyndrom

Degeneration der Bandscheibe oder eine operativ entfernte Bandscheibe ziehen einen Verschleiß der Wirbelgelenke nach sich, ebenso wie chronische Überlastung durch Übergewicht oder falsche Sitz- und Arbeitshaltungen. Die Wirbelgelenke sind dadurch überfordert und fangen an zu schmerzen. Gewichtsreduktion, Stabilisierung der Rumpfmuskulatur durch gezieltes Training und eine Verbesserung der Arbeitsplatzergonomie helfen die Beschwerden zu reduzieren. Schmerztherapeutisch kann durch Injektionen an die Wirbelgelenke (Ct-gesteuerte Schmerztherapie), Akupunktur oder eine Verödung des schmerzleitenden Nervenasts (Facettendenervierung) eine Schmerzreduktion erreicht werden.